© Vue aérienne du quartier Belle-Epoque de Bagnoles de l'Orne | David Commenchal

Besichtigung des Belle‑Epoque‑Viertels

Die Seebad-Architektur von Bagnoles de l‘Orne entdecken

Von atypischen Chalets bis hin zu hochherrschaftlichen Villen – das Ende des 19. Jahrhunderts erbaute Belle-Époque-Viertel verfügt über wahre Kunstwerke. Wie ein Freilichtmuseum verspricht eine Besichtigung des Viertels ein unvergessliches Erlebnis während deines Aufenthalts in Bagnoles de l’Orne.

Die Belle Époque in Bagnoles de l‘Orne

Aus der glorreichen Epoche, die den Ruf der Stadt begründete, ist das Belle-Époque-Viertel übrig geblieben: drei denkmalgeschützte Boulevards, die von hochherrschaftlichen Residenzen gesäumt werden. Da ich mehr über die Architektur dieses Viertels erfahren wollte, nahm ich die vom Fremdenverkehrsbüro angebotene Führung in Anspruch, um den dekorativen Stil dieser Wohnvillen besser zu verstehen.
Es ging los am Fremdenverkehrsbüro auf dem Marktplatz im Stadtzentrum, wo ich unseren Führer für einen zweistündigen kommentierten Spaziergang im Herzen des Kurortes traf.
Der Bau des Bahnhofs im Jahr 1881 begünstigte die Ankunft der ersten Touristen aus dem Adel und dem reichen Bürgertum, die zur Bäderkur nach Bagnoles kamen. An den Ufern des Sees baute man ein Luxushotel, und kurz darauf entstanden die ersten Zweitwohnungen für die Urlauber.

Das Belle-Époque-Viertel mit seinen 45 Villen zeugt von der Entwicklung der Stadt am Ende des 19. Jahrhunderts.

Die atypischen Chalets

Wir erreichten das Seeufer, wo das normannische Chalet genau gegenüber liegt. Es handelt sich um eines der ersten Häuser im Belle-Époque-Viertel, das 1893 für eine Pariser Witwe erbaut wurde. Das Fachwerkhaus erinnert an bestimmte Villen in Deauville oder Cabourg.
Wir nahmen einen Weg, den unser Reiseführer als „Eselsschritt“ bezeichnete, um das vom Architekten Albert Christophle 1886 entworfene Viertel zu erreichen. Die Wohnsiedlung wurde auf einem 43 Hektar großen Grundstück im Wald von Les Andaines gebaut zwischen der Eisenbahn und der Thermalanlage. Von drei parallelen Boulevards durchquert, besitzt sie vier rechtwinklige Straßen und einen zentralen Platz.
Das schwedische Chalet ist eine der seltenen Ausnahmen vom strengen Lastenheft des Architekten aus Bagnoles, denn es stammt vom schwedischen Pavillon auf der Weltausstellung 1889 in Paris. 1890 wurde es Stück für Stück wieder zusammengesetzt. Die Holzarbeiten mit stilisierten Pferdeköpfen und Schneekristallen stehen im Kontrast zum Seebad-Dekor der Villen in der Umgebung.

Villen, die man unbedingt gesehen haben muss

Zwei Wohnsitze an den Enden des zentralen Platzes sind Garanten für den von Albert Christophle beabsichtigten Baustil. Sie bleiben die „Musterhäuser“ der Nachbarschaft.
Die Villa Beau Séjour wurde 1899 von dem Unternehmer Alphonse Appert erbaut und verfügt über glasierte Lavaplatten und Friese aus roten, blauen, gelben und grünen lackierten Ziegeln. Die ursprüngliche Villa mit ihrem rechtwinkligen Grundriss und dem Ecktürmchen wurde erweitert und in ein Hotel umgewandelt. Sie ist heute ein Privathaus.
Nebenan ist die um 1903 von Léon Bénard erbaute Villa Le Castel noch immer ein dekoratives Meisterwerk, das als „Kataloghaus“ bezeichnet wird. Sie zeichnet sich durch die Vielfalt der verwendeten Materialien (Schlacke, Sandstein, glasierte Ziegel usw.) und den Reichtum seiner Verzierungen aus. Hier sind die Fenster alle unterschiedlich, wodurch alle Möglichkeiten der Dekoration veranschaulicht werden, die vom Lastenheft genehmigt sind.

Meine Lieblingsvilla

Von den etwa fünfzehn Villen, die wir während unseres Besuchs in der Gegend gesehen haben, bleibt „Le Nid-Bel“ mein Favorit. Diese beiden Zwillingshäuser gehörten zwei Schwestern, Denise und Mireille, wobei jede für sich lebte. Was man jedoch von außen nicht sehen kann, ist, dass ein ausgeklügeltes, abnehmbares Trennwandsystem die beiden Villen miteinander verband, so dass die Damen aus Le Havre ein gemeinsames Wohnzimmer haben konnten.
Obwohl die vom Jugendstil inspirierte Fassade eine gewisse Harmonie bewahrt hat, kann man dort dennoch einige Besonderheiten erkennen, die sich zweifellos auf den Charakter der jeweiligen Besitzer beziehen! Die eine besitzt weite geschwungene Linien und Emailledekor über dem oberen Fenster, während das andere schlichter ist und ein schmales Spitzdach hat.

Diese Besichtigungstour ist nur auf Französisch verfügbar, ohne Übersetzung.

Übersetzte Broschüren sind im Fremdenverkehrsbüro erhältlich.