© Groupe en visite autour du lac de Bagnoles de l'Orne | Bagnoles Tourisme

Die Besichtigung der Stadt

Die Geschichte der Stadt Bagnoles de l‘Orne

1913 erblickte die Stadt Bagnoles de l‘Orne offiziell als unabhängige Gemeinde das Licht der Welt. Wie hat sich der ursprünglich auf drei getrennten Siedlungen errichtete Kurort rund um den See entwickelt? Um das herauszufinden, haben wir an der vom Fremdenverkehrsamt angebotenen Führung teilgenommen.

Ursprünglich führte eine Schmiede zur Entstehung des Sees von Bagnoles.

Mit einem gewissen Erstaunen erfahren wir, dass der See von Bagnoles de l‘Orne im Jahr 1611 angelegt wurde. Er befand sich mitten im Wald von Les Andaines und diente der Versorgung einer weiter unten liegenden Schmiede. Damals war er sieben Hektar groß, also doppelt so groß wie heute. Ende des 18. Jahrhunderts arbeiteten in der Schmiede einhundertzwanzig Arbeiter, die auf etwa fünfzehn Gebäude verteilt waren.
Als aber 1811 ein heftiges Unwetter über Bagnoles hereinbrach, stieg das Wasser des Sees sehr schnell an und der Damm brach. Die reißende Flut verwüstete die Anlagen und riss den Schmiedehammer mit, der fast drei Tonnen wog! Da das Gewässer nicht mehr von wirtschaftlichem Interesse war, wurde der Deich repariert, die Ufer aber wurden zu Feldern. Erst viel später nahm der See, den wir heute kennen, die Form eines Ortes der Entspannung und Erholung an.

Vom Casino des Thermes zum Grand Hotel

1888 ließ der Direktor der Thermen, Georges Hartog, auf Wunsch von Alexis Duparchy, dem Hauptaktionär der „Société d‘exploitation des eaux de Bagnoles“, ein Casino aus Holz an den Ufern des Sees errichten. 1908 ersetzte ein solideres Gebäude mit dem Namen „Casino des Thermes“ den ersten Bau. 1989 wurde dieses abgerissen und dann durch das heutige Hôtel du Béryl ersetzt.
Das Grand Hotel wurde 1898 eingeweiht, um wohlhabende Kurgäste zu empfangen. Zehn Jahre nach der Gründung des Kasinos wurde das erste Luxushotel in Bagnoles eröffnet. Das Gebäude ist vierstöckig und hat zwei Fassaden von zweiundachtzig Metern Länge. Eine sechzig Meter lange Terrasse mit einer breiten, doppelläufigen Treppe führt zu dem großen Park, der den See umgibt.
Das Hotel besaß zweihundert Zimmer mit Telefon und Toilette. Im Erdgeschoss befanden sich drei Louis XIV-Salons und ein so genannter „Renaissance“-Speisesaal für zweihundert Gedecke und einer Veranda, die von prächtigen elektrischen Kronleuchtern beleuchtet wurde. Im Untergeschoss befanden sich Kaffeeräume mit Billardtischen.
Damals verfügte das Grand Hotel bereits über Elektrizität, aber auch über einen Aufzug, einen Lastenaufzug, einen Speiseaufzug, elektrische Ventilatoren sowie warmes und kaltes Wasser auf allen Etagen! Allerdings wurde das Luxushotel während des Zweiten Weltkriegs besetzt und schließlich aufgegeben. Das Gebäude wurde zur „Résidence du Lac“ und ist heute in Wohnungen unterteilt.

Die Gründung einer autonomen Kommune

Während sich der Kurort Ende des 19. Jahrhunderts intensiv entwickelte, gab es die Stadt Bagnoles noch nicht! Vor 1913 hatte Bagnoles nämlich keine eigene Einheit, sondern gründete sich auf drei verschiedene Gemeinden!
So gehören das rechte Ufer der Vée mit dem See, Vieux-Bagnoles sowie das „Hôtel des Thermes“ zu Tessé la Madeleine. Der Bahnhof, die Pferderennbahn und das Belle-Époque-Viertel gehören zu La Ferté Macé. Was die Quelle und die Bäder der Thermalanlage betrifft, so unterstehen sie Couterne.
Die Einwohner von drei Ortschaften sind über diese seit Jahren andauernde Situation empört. Trotz zahlreicher Petitionen kann sich keine Gemeinde auf einen Punkt einigen. Die politische Lage beunruhigte daraufhin den Staat, der den Präfekten bat, sich der Sache anzunehmen. Der einzig mögliche Weg blieb die Verabschiedung eines Gesetzes, das die Gründung einer neuen Stadt für rechtsgültig erklären würde. Am 29. Juni 1913 wurde Bagnoles de l‘Orne geboren!

Die Entwicklung des Sees in der Zwischenkriegszeit

Wir setzen die Führung um den See durch die vom amerikanischen Milliardär Frank Jay Gould angelegten Ziergärten fort. Der Geschäftsmann, der sich in den 1920er Jahren in den Kurort verliebte, beschloss, sich dort niederzulassen und in Ferienanlagen in Bagnoles de l’Orne zu investieren. Er wollte die Ressourcen des Geländes durch den Bau von Gebäuden zu erschließen, die für den Luxustourismus benötigt wurden.
1927 erwarb er den See von Bagnoles und die umliegenden Baugründe. Er kaufte und modernisierte das „Grand Hotel“ und baute ein zweites Kasino: das „Casino du Lac“. Er machte es sich sogar zur Aufgabe, die Konturen des Seebeckens neu zu zeichnen, das dann die Form eines Magens annahm. Er bat die Gemeinde, die Brücke über den See nach ihm zu benennen, da ihm aber dies verweigert wurde, verließ er Bagnoles endgültig, trotz der großen Arbeit, die er geleistet hatte!

Gehe um die Gärten am See herum, und du hast, ohne es zu merken, etwa 800 Meter zurückgelegt.

Diese Besichtigungstour ist nur auf Französisch verfügbar, ohne Übersetzung.

Übersetzte Broschüren sind im Fremdenverkehrsbüro erhältlich.